Joe

Joe

Wie sich ein Geruch einprägt, unmittelbar und nachhaltig, so kann sich ein Gedicht ins Gedächtnis einschreiben. Laut vorgelesen, hinterlässt auch die Stimme des Sprechers ihre Spuren. Die Sprachmelodie zeigt ihn einer bestimmten Gegend, einem Landstrich zugehörig. So beginnt der Film, er macht von einer Region den Klang ihrer Sprache hörbar und ih re Landschaft sichtbar: die Oberpfalz. Ein Drittes kommt dazu, die Biografie eines jungen Mannes. Automechaniker, Schichtarbeiter in der Zulieferindustrie, Winterdienst, Regaleinräumer im Einzelhandel, Zeitarbeiter. Von den Arbeitsbedingungen erzählt er und dann von seinen Erinnerungen an Gerüche. An das Parfüm seines Großvaters, der ihn eine Zeit lang in die Schule gefahren hat: Aramis. An den Duft seines großen Bruders, der ihm gezeigt hat was wichtig war, und wie man einen Basketball auf dem Finger dreht: Jean Paul Gaultier. Die beiden Erzählungen, von der Arbeit und vom Parfüm, treffen sich schließlich: in seiner neuen Arbeit als Parfümverkäufer.



Buch, Regie, Schnitt: Florian Geierstanger
Gedicht: Hubert Käs
Übersetzung: Gabi Busch
Kamera: Franz Kastner
Tonmischung: Berni Maurer
Unterstützung: Susanne Schranner, Christian Rabl, Tom Rudolph
gedreht in Amberg / Oberpfalz
im November / Dezember 2009
Filmdauer: 22 Min.

Ausstellung: Akademie der Bildenden Künste, München / 3. bis 6. Februar 2010
Festivalpremiere: Underdox – Filmfestival für Dokument und Experiment / 4.10.2010